Doppelexzenter-Klinkenaufzug

Ein automatischer Aufzug zählt heute zu den Standartmerkmalen der meisten mechanischen Armbanduhren. Jedoch besitzt ein Großteil der Uhren ein Aufzugsystem, welches nur einseitig aufzieht, was bedeutet, dass die Hälfte des potentiellen Weges ungenutzt bleibt.
Bei der Konstruktion unseres Aufzuges wurde daher größter Wert darauf gelegt keinen Leerlauf zu generieren, das Umkehrspiel so klein wie nur irgendwie möglich zu halten und die Lebensdauer weiter zu erhöhen.
Die Lösung fand man in Form eines Klinkenaufzuges, welcher durch seine doppelten exzentrisch gelagerten Klinken beidseitig aufzieht.


Bewegt der Rotor die beiden Exzenterräder und somit die Klinken vom tiefsten in Richtung des höchsten Punktes, so schiebt die erste Klinke das  Klinkenrad und zieht somit das Federhaus auf. Bei der anschließenden Bewegung vom höchsten zum tiefsten Punkt zieht die zweite Klinke das Klinkenrad und zieht somit ebenfalls das Federhaus auf. Sollte die Drehbewegung nicht ausreichen um einen der beiden Punkte zu erreichen, so wird trotzdem der zurückgelegte weg von der jeweils gegenüberstehenden Klinke in eine Aufzugbewegung verwandelt.


Um das Umkehrspiel, also den ungenutzten Weg bei einem Drehrichtungswechsel, möglichst gering zu halten, brauchte man ein Klinkenrad mit einer äußerst feinen Verzahnung. Die feine Verzahnung bewirkt, dass bereits bei kleinsten Drehbewegungen der Exzenterräder das Klinkenrad weiterbewegt wird. Um auf einen Durchmesser von nur 5,30mm, 140 Zähne in höchster Präzision unterzubringen, war es nötig dieses unter Einsatz neuester Technologien, dem so genannten LIGA-Verfahren, galvanisch wachsen zu lassen. Nur so war es möglich ein Zahnrad mit höchster Präzision und Grundhärte zu erhalten.
Auch im Bereich der Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit des Systems wollte man neue Maßstäbe setzen. So entschied man sich bei der Lagerung aller Aufzugkomponenten, sämtliche Räder vom Rotor bis hin zum Federhaus, mit unserem neu entwickelten, schmiermittelfreien Vier-Punkt-Mikro-Kugellager zu versehen. Dies minimiert die Reibung und verteilt die auftretenden Kräfte kontrolliert auf Keramikkugeln und deren gehärtete Laufbahn.

So konnte ein Aufzug geschaffen werden, welcher schneller als ein gewöhnlicher Aufzug aufzieht und dabei ein stärkeres Federhaus wartungsfrei über Jahre hinweg mit Kraft versorgen kann.

 

 






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