Ein aus unserer Sicht wichtiger Aspekt im Uhrenbau ist die mechanische Belastbarkeit der Gehäuse im Hinblick auf Trage- und Gebrauchsspuren und somit der Werterhalt einer Armbanduhr. Wer kennt das nicht, wenn man erstmalig mit dem teuren, hochglanz polierten Stück versehentlich an der Liftkante oder an der Wand im Treppenhaus vorbei schrammt und im Nu bis zu 1/10 mm tiefe Kratzer oder Schrammen zu beklagen sind.
Leider lassen sich die in der Uhrgehäuseherstellung verwendeten austenitischen Edelstähle, wie z. B. 1.4435 (316L) oder 1.4301 aufgrund ihres austenitischen Gefüges nicht durchhärten. Zwar gibt es ein Verfahren, bei dem die Oberfläche durch eindiffundierenden Kohlenstoff bis auf 1200 HV gehärtet werden kann, jedoch ist diese harte Schicht oder „Schutzmantel“ nur wenige Hundertstel Millimeter und neigt schon bei geringer mechanischer Belastung zum Durchbrechen. Bei unseren Versuchen konnten Gehäuse mit besagter Oberflächenbehandlung bereits mit einer normalen Uhrmacherpinzette zerkratzt werden. Aus diesem Grund kamen diese Gehäuse bzw. dieses Verfahren für unsere Gehäuse nicht in Frage. Industriell angewandt oder eingesetzt wird dieses Verfahren mehr bei Bauteilen, die eher einer Flächenpressung unterliegen, wie Kugeln für Kugelhähne, oder Kolben für Kolbenpumpen.

Somit ist es leicht ersichtlich, weshalb wir bereits im Jahr 1994 die ersten martensitischen härtbaren Edelstähle für den Einsatz im Uhrgehäusebau zum Patent angemeldet haben. Diese Stähle sind nickelfrei und lassen sich bis 64 HRC, bzw. 800 HV härten, und eignen sich somit ideal für Uhrgehäuse. Nach 5jähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit waren etwa 20 verschiedene martensitische Edelstähle zum Patent angemeldet. In unserem Hause entschied man sich, in Zukunft wegen seiner überragenden Eigenschaften, nur noch aufgestickten, martensitischen Edelstahl einzusetzen. Bei der Herstellung dieses Edelstahls wird die Stahlschmelze unter Druck mit Stickstoff angereichert. Durch die Zugabe von Stickstoff verringert sich der benötigte prozentuale Anteil des Legierungsbestandteils Kohlenstoff.
Kohlenstoff wird in der Legierung für eine hohe Härte benötigt, senkt allerdings aber die Korrosionsbeständigkeit.
Um martensitischen Edelstahl auf etwa 60 HRC härten zu können, wird ca. 1 % Kohlenstoff als Legierungsbestandteil benötigt. Es hat sich nun gezeigt, das sich durch Zugabe von 0,35 % Stickstoff auch der benötigte Anteil von Kohlenstoff auf 0,35 % verringert, und durch diese günstige Kombination der Legierungsbestandteile ebenfalls eine Härte von 60 HRC erreicht wird. Durch das Herabsetzen des Kohlenstoffanteils steigt jedoch die Korrosionsbeständigkeit um ein Vielfaches.
Dieser Edelstahl, der auch wegen seiner speziellen Wärmebehandlung „eisgehärteter, nickelfreier Edelstahl“ genannt wird, ist von unserem Haus für den Einsatz im Uhrgehäusebau patentrechtlich geschützt, und als komplettes Gehäuse inklusive von uns hergestellten und gehärteten Drücker und Krone an einen Deutschen Uhrenhersteller bis Ende 2002 geliefert worden.
Ab sofort gibt es diese Gehäuse aus gehärtetem Edelstahl ausschließlich bei Damasko Uhrenbau.
Nach der Wärmebehandlung erreicht dieser Edelstahl eine Härte von bis zu 62 HRC oder 760 HV. Dies entspricht in etwa der vierfachen Härte von im Uhrgehäusebau normalerweise verwendetem austenitischen Edelstahl. Unsere Gehäuse sind vollkommen durchgehärtet, was ein Verkratzen oder Durchbrechen mit einer Stahlpinzette oder ähnlichem unmöglich macht. Durch seine enorme Belastbarkeit kommt dieser sehr teure Edelstahl überwiegend in Luft- und Raumfahrt zum Einsatz, wie z. B.:

- in den Turbinenlagern von Stahltriebwerken
- Rotorlager bei Hubschraubern
- Treibstoffpumpe im „Space Shuttle“
- Hochgeschwindigkeitslager in Werkzeugmaschinen
- Dentalinstrumente
- Chirurgische Instrumente
- Medizintechnik
- Und nicht zuletzt bei Damasko Uhrenbau

Für den Einsatz dieser Edelstähle im Uhrgehäusebau wurde unserem Haus das Patent erteilt.

Gehäuse

EU - Geschmacksmuster
Nr. 000004296-0002
Inhaber: Petra Damasko


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